< Flotter Dreier Thema 2020: Neuland / Unknown Territories
4.03.20 13:10 Alter: 28 days

36. Kurzfilm Festival Hamburg


2. bis 8. Juni 2020

2020 feiert das Kurzfilm Festival Hamburg erneut den unabhängigen Kurzfilm: Es begeht seine 36. Edition.

Das Festival zeigt auch in diesem Jahr die Höhepunkte des internationalen Filmschaffens, präsentiert den Nachwuchs der Filmakademien und bringt neue Filmkunst und Künstler*innen nach Hamburg. Es schärft den Blick für den Kurzfilm als Treibhaus filmischer Innovation. Das Festival versteht sich als fluide Klammer, zwischen Kino, Ausstellung, Performance und Fest der Nacht. 

Das Programm nähert sich aktuellen Fragestellungen, ist künstlerisch und zeitgenössisch, leise und poetisch, laut und funkelnd. Es hat weder Angst davor unterhaltend zu sein, noch unbequem genau hinzuschauen. Vor allem aber ist das Festival auch ein Raum des Dialogs und Zusammenkommens, in dem das Gesehene nachklingen darf, weiter wächst und verhandelt wird. In diesem Jahr spinnt sich der Themenkosmos etwa von Humor nach #MeToo, über die Hamburger Kolonialgeschichte, hin zu Gesten und Poetiken des Alltags, oder dem Musikvideo als populärste, dennoch kritische Spielart. 

Ein Destillat des zeitgenössischen weltweiten Kurzfilmschaffens zeigen die drei Wettbewerbe des Festivals: Internationaler Wettbewerb, Deutscher Wettbewerb und der Flotte Dreier. Die Spannbreite der Auswahl umfasst alle Möglichkeiten der filmischen Sprache: hybride Dokumentarfilme laufen neben essayistischen Experimentalfilmen, Animationen neben klassischem Erzählkino.

Die Sektion Labor der Gegenwart versteht sich als Reflektionsort gesellschaftlicher Fragen. In großzügig angelegten kuratierten Programmreihen denken eingeladene Künstler*innen und Kuratoren*innen über Fragen, Verhältnisse, Kommentare zur Gegenwart nach, die kontrovers, engagiert und zukunftsweisend anhand von Filmprogrammen diskutiert werden. Im Forum finden begleitend vertiefende Gesprächsrunden statt, in denen die Kurator*innen zusammen mit Gästen aus Kunst und Gesellschaft das Thema diskursiv verhandeln.

2020: Die Direktorin des Hamburger Kunstvereins, Bettina Steinbrügge fragt in dem von ihr kuratierten Programm, wie sich Humor und Sex nach #MeToo in Bildender Kunst und Film zeigen. Und der Filmwissenschaftler Alejandro Bachmann wirft ausgehend von Vilém Flusser in seinem Schwerpunkt einen Blick auf die Gesten des Alltags. Außerdem wird der hierzulande wenig sichtbaren, dafür umso lebendigeren Kurzfilmszene Westafrikas eine Plattform geboten. Das Format Hamburger Positionen nimmt Bezug auf die Kolonialgeschichte der Hafen- und Hansestadt. Zudem hinterfragt 2020 die neu gegründete Sektion Archiv der Gegenwart historische Leerstellen der Filmgeschichte und zeigt in Vergessenheit geratenes Archivmaterial, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt auf der kanadischen Künstlerin Joyce Wieland.

Im Open Space, dem Ausstellungsformat des Festivals, wird der Berliner Künstler Mischa Leinkauf in einer großformatigen, exklusiven Installation das Festivalgelände bespielen, um die Überwindung von Staatsgrenzen in Zeiten massenhaft territorialer Abschottungsmechanismen kritisch zu thematisieren.

Herzstück des Festivals ist auch dieses Jahr die POST am Kaltenkircher Platz. Sie ist vor allem ein Raum des Kennenlernens, Spaßhabens und Entdeckens: Pop-up Kinos drinnen und draußen, Installationen im Open Space, Festivalcafé, Bar, Konzerte und Party. In den ehemaligen Postsortierhallen trifft ein filminteressiertes Publikum auf internationale Gäste, hier wird kontrovers diskutiert, werden Standpunkte ausgelotet - findet Begegnung statt. Offen für alle und umsonst. Bei aller sinnlichen Herausforderung soll das Festival nicht zuletzt auch eins sein: ein großes Fest!

Mo&Friese

Im Rahmen des Kurzfilm Festivals Hamburg findet vom 1. bis 7. Juni 2020 das Mo&Friese Kinder Kurzfilm Festival Hamburg statt. Es ist eines der wenigen Kinderfilmfestivals weltweit, das sich ausschließlich dem Kurzfilm widmet und zieht neben der Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren längst auch internationales Fachpublikum an. Das Programm ist altersgerecht gestaffelt und moderiert. Es werden insbesondere auch Schüler*innen und Vorschulkinder durch die vormittags stattfindenden Veranstaltungen angesprochen.