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Fachveranstaltungen

Hamburg Short Film Sessions 2019
Freitag 7. Juni  I 10 - 18 Uhr I Festivalzentrum Post

Unter dem Namen »Hamburg Short Film Sessions« werden beim Kurzfilm Festival Hamburg alljährlich aktuelle Fragestellungen der Kurzfilmszene präsentiert und diskutiert. In einer Kombination aus Workshops, Panels und Netzwerktreffen beschäftigen sich die Fachbesucher*innen des Festivals mit einem breiten Spektrum von Themen. Dieses Jahr beginnen wir die Short Film Sessions auf Einladung der European Film Academy mit einem Frühstück und einer Keynote von Marion Döring, der Direktorin der EFA.
Zwei Workshops beschäftigen sich mit der Produktion und Finanzierung von Kurzfilmen. Am Vormittag präsentiert die Filmwerkstatt Kiel die internationalen Koproduktionsmöglichkeiten mit der Filmwerkstatt Aarhus und zum Start des Nachmittages stellt sich mit freundlicher Unterstützung des Creative Europe Desks Hamburg die Initiative »Less is More« vor, die Filmschaffende bei der Fragestellung unterstützt, wie auch mit geringen finanziellen Mitteln Filmproduktionen gelingen.
Außerdem wird am Nachmittag zusammen mit Maike Mia Höhne an der Zusammenstellung eines Kurzfilmkanons gearbeitet und beim Panel „Edited by Artificial Intelligence“ wird anhand zweier Projekte darüber gesprochen, welchen Einfluss künstliche Intelligenz auf die künstlerische Arbeit im Kurzfilm- und Videokunst-Bereich haben kann. Die diesjährigen Hamburg Short Film Sessions klingen auf Einladung der Filmförderung Hamburg-Schleswig Holstein bei Networking-Drinks an der Bar des Festival-Clubs aus. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen!

 

Analog lebt!
Analogfilmwerke e.V., ein unabhängiges, nicht-kommerzielles Filmlabor in Hamburg-Altona, wird während des Festivals einen Workshop für Anfänger*innen und erfahrene Filmemacher*innen anbieten. Die Teilnehmer*innen werden mit Kodaks wiederbelebtem Ektachrome Super 8 Farbumkehrfilm drehen und ihren Film von Hand entwickeln. Alle Filme werden innerhalb von nur vier Tagen im Festivalcenter gedreht, entwickelt und vorgeführt! Der Workshop wird von Kodak und Tetenal 1847 unterstützt.

 

Talent trifft Produzent*in
Das 35. Kurzfilm Festival Hamburg bringt mit »Talent trifft Produzent*in« Filmschaffende und Produzent*innen zusammen.Vor 15 Jahren wurde das Format ins Leben gerufen, bei dem persönliche Gespräche zwischen jungen Filmemacher*innen und etablierten Produzent*innen in entspannter Atmosphäre stattfinden. Im Vordergrund stehen der Austausch von Erfahrungen, Talentförderung, Vernetzung und Erörterung der Arbeitsperspektiven.
Wir laden dazu erfahrene deutsche Produzent*innen ein, die im Vorfeld ausgewählte Filme sichten und sich daraufhin gezielt für Einzelgespräche entscheiden. Dieses Jahr dürfen wir zu »Talent trifft Produzent*in« Vertreter*innen von Beleza Film, Dirk Manthey Film, Ulysses Filmproduktion, Fabian&Fred, filmtank, Fuenferfilm und Wüste Film begrüßen.

 

European Film Academy Breakfast
Freitag, 7.Juni I 10:00 Uhr I Festivalzentrum Post
 Seit über 30 Jahren engagiert sich die European Film Academy (EFA) für den europäischen Film. Die Keynote von Marion Döring wirft einen Blick auf die Geschichte der EFA und die Visionen ihrer Gründer*innen und widmet sich den Herausforderungen und der gesellschaftlichen Verantwortung, der sich Filmemacher*innen heute gegenüber sehen. Welche Rolle spielt der Kurzfilm in der heutigen Zeit? Wen erreicht er? Wie politisch muss er sein? Wie wichtig sind Netzwerke im Leben von jungen Filmemacher*innen?
The European Film Academy (EFA) has been championing European film for over 30 years. Marion Döring’s keynote is having a look at the EFA’s history and the visions of its founders, and is dedicated to the challenges and social responsibilities that filmmakers are facing today. What is the role of today’s short film? Who does it reach? How political does it have to be? How important are networks of young filmmakers?Die European Film Academy (EFA) verleiht alljährlich den Europäischen Filmpreis. Unter dem Titel »Short Matters!« präsentiert die EFA die nominierten Kurzfilme für den Europäischen Filmpreis 2018 beim Kurzfilm Festival Hamburg. In diesem Jahr wird die Internationale Jury erstmals einen Film aus dem Internationalen Wettbewerb für den Europäischen Filmpreis nominieren.
The European Film Academy (EFA) presents the European Film Awards. The programme »Short Matters!« at Shortfilm Festival Hamburg shows the short films nominees of the 2018 awards. For the first time in the festival’s history, the International Jury of this year’s Short Film Festival Hamburg will nominate a film of the international competition for the European Film Awards.

 

MASTERCLASS: ERIKA LUST on ERIKA LUST
Freitag, 7. Juni / 11 Uhr / Festivalzentrum Lampenlager
Die Pornoindustrie muss sich ändern! 2015 gab Erika ihren viel beachteten TEDx-Talk zum Status Quo der Pornofilmindustrie. Seitdem hat sich viel getan. Sie macht sexpositives, unabhängiges Erotikkino. Sie macht es anders, fairer, queerer, feministischer, diverser. Aus eingeschickten sexuellen Fantasien ihrer Fans entsteht so beispielsweise das auf Crowdsourcing basierte Projekt X-Confessions. Es gibt wenige Menschen, die die Pornographie so richtungsweisend angefasst haben und immer noch anfassen, wie es Erika Lust tut.
In der Masterclass spricht Erika Lust von den Anfängen. Erzählt, warum sie nach ihrem Studium der Politikwissenschaften, der Feministischen Theorie und Gender Studies die Kamera in die Hand nahm und ihren ersten Porno drehte. Darüber, welche Rolle ein safe sex environment und ethische Grundsätze beim Dreh haben und wie ausschlaggebend die Menschen für den Produktionsprozess sind, die hinter der Kamera stehen.

Im Workshop DIRECTING INTIMACY wirft Erika Lust ein Augenmerk auf ethische Prinzipien am Set, sowie die täglichen Herausforderungen und Hürden von Filmemacher*innen. Sie berichtet aus erster Hand wie ethische Grundsätze innerhalb der Produktion umgesetzt werden können und wie man den Rahmen für ein intimes Drehsetting schafft. Der Workshop bietet die Chance über die eigene Praxis zu reflektieren und Kontakte zu knüpfen.

 

Lecture: Grenzübergreifend Produzieren mit Dänemark
Speziell an junge Produzent*innen und Filmemacher*innen bis 27 richtet sich das Angebot der Filmwerkstatt Aarhus, im Rahmen des Netzwerkes Screen Talent Europe und in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Kiel grenzüberschreitend zu produzieren. Der Leiter der Filmwerkstatt Aarhus, Aage Rais, und der Leiter der Filmwerkstatt Kiel, Arne Sommer, präsentieren gemeinsam die Möglichkeiten anhand von Beispielen. Die Filmwerkstatt Aarhus unterstützt Filmnachwuchs durch professionelle Filmtechnik (einschließlich Postproduktion bis hin zu professionellem Colour Grading) und finanzielle Förderung, die Filmwerkstatt Kiel ist der praktische Arm der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und bietet ebenfalls technische und finanzielle Unterstützung mit einem Fokus auf individueller Beratung.

 

Der 2. Filmkanon der Republik
Freitag, 7. Juni I 13.30-14.30 Uhr I Festivalzentrum Konferenzraum
Der 1. Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung der BRD, beschlossen im Sommer 2003 von einer nicht annähernd paritätisch besetzten Kommission, beinhaltet 35 Filme. Alle lang, bis auf einen: »Nacht und Nebel« von Alain Resnais. Alle Filme von männlichen Regisseuren. Vieles von Gestern.
Wir werden in dem Workshop die Laufzeit des 1. Kanons addieren und uns dasselbe Zeitfenster mit kurzen Filmen füllen. Damit werden wir vieles ergänzen und Impulse setzen. Die angestrebte Liste soll als Grundlage für den 2. Filmkanon dienen. Entsprechend ergebnisorientiert wollen wir, mit Johan Huizinga und seiner These, dass die Kultur aus dem Spiel hervorgeht, spielerisch den Kanon singen. Ohne Pause werden wir Titel sammeln und im Anschluss die Sammlung auf Linie bürsten. Quote, Diversity, Wissen um die Form und Lust am gemeinsamen Clustern sind die Voraussetzungen für den Workshop. Mit Maike Mia Höhne.

 

Less is More: use limitations!
Freitag, 7. Juni | 13:00 | Festivalzentrum, Lampenlager
Ein begrenztes Budget ist nicht nur Herausforderung, sondern Chance zugleich. Das LIM | Less is More Trainingsprogramm von Creative Europe MEDIA unterstützt junge Filmemacher*innen, Strategien beim Umgang mit Einschränkungen zu entwickeln, neue Wege zu gehen und damit neue Publikumsgruppen zu gewinnen. Der LIM Regisseur von 2018, Miguel Lopez Beraza, präsentiert die Ideen und Möglichkeiten des Programms, teilt seine Erfahrungen mit Einschränkungen und spricht unter anderem über die Aufgabe, als Drehbuchautor scheinbare Komplexität zu straffen.

 

Meine neuen Kollegen: Das Publikum und künstliche Intelligenz
Filmemacher*innen und andere Künstler*innen vereint die gemeinsame Furcht davor, die Kontrolle über ihr Werk zu verlieren. Freiwillig die Kontrolle über die Bilder im eigenen Film, den Schnitt und den Soundtrack abzugeben, klingt nach einer seltsamen Idee. Aber was, wenn dies genau das ist, was der/die Künstler*in will? Das Publikum einzuladen, bei der Herstellung eines Kunstwerkes eine wichtige Rolle zu spielen und den Schnitt einer künstlichen Intelligenz zu überlassen?
Im Panel präsentieren wir zwei Künstler, welche diese neuen Kollegen in ihren Produktionsprozess willkommen heißen. Für „Britain, Take a Bow“ hat Graeme Crowley gebeten, visuelle Vignetten auf ein Filmportal zu laden, welches dann einen Film aus diesen Beiträgen herstellt und sogar Audioschnipsel, Soundtrack und typographische Elemente hinzufügt, wobei die beiden Letzteren zufällig aus einer großen Anzahl verschiedener Elemente konstruiert werden. Der daraus resultierende vier Minuten lange Film ist bei jedem Abspielen anders. Dazu sagt Graeme Crowley: „Es ist ein Experiment. Wir sind uns nicht sicher, ob es funktionieren wird oder wohin es führt. Werden die verschiedenen Stile gut harmonieren? Wird der Mangel einer Geschichte ein Problem sein? Wird sich die zufällige Komposition/Gegenüberstellung als lästig erweisen? Es wird interessant sein, das herauszufinden und ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas Faszinierendes und Bahnbrechendes erschaffen können“. In Douwe Dijkstras Werk „Long Faces” liefert das Publikum die Gesichter der Protagonisten durch die Anwendung einer speziell eingerichteten Fotokabine, die den Nutzer bittet, so traurig wie möglich in die Kamera zu gucken. Die Bilder der Publikumsgesichter werden dann auf die Köpfe der Menschen im Film transferiert. Der Prozess wird regelmäßig aktualisiert, wodurch sich die Personen, die die Charaktere des Films ausmachen, stetig ausgetauscht werden. Beide Arbeiten basieren auf den Beiträgen des Publikums und der Anwendung künstlicher Intelligenz, und beide werden nie „fertig“ sein, da neue Inhalte hinzugefügt werden, solange die Projekte laufen. „Britain, Take a Bow“ wird in der Post am Freitag, dem 7. Juni ab 14:00 Uhr zu sehen sein.